+43(0)5522-43222
Zehentstraße 41c | 6830 Rankweil
hypnose@brandt-hypnose.at
Kinderwunsch

Kinderwunsch


Künstliche Befruchtung bei unerfülltem Kinderwunsch

Ratlosigkeit und Verwirrung stellen sich ein, wenn die Versuche, auf natürlichem Wege ein Kind zu zeugen, wiederholt gescheitert sind. In gleichem Maße werden Frau und Mann damit konfrontiert, daß „die natürlichste Sache der Welt“ nicht zu gelingen scheint. Die Frage „Warum klappt’s bei uns nicht?“ weckt heftigen psychologischen Bedarf nach Erklärungen und Orientierung. Gleichzeitig wächst die Erfüllung des Kinderwunsches zu gelangen.

Bereits in dieser Phase kann psychologische Begleitung hilfreich sein, um zu einer guten und stimmigen Entscheidung zu kommen. Ethische Bedenken und Vorbehalte können frei geäußert und neu bedacht werden.

Ist erst einmal der Entschluß für die künstliche Befruchtung getroffen worden, beginnt die Phase der Informationssuche und der Terminorganisation. Untersuchungen im frauenärztlichen und urologischen Bereich werden nun vorgenommen, um ein Bild der medizinischen Ausgangslage des Paares zu gewinnen. In dieser Phase ist das Warten auf und die Entgegennahme von Befunden eine Quelle emotionaler Anspannung. Kennzeichnend für diese wie auch weitere Phasen auf dem Kinderwunschweg ist das Erfordernis, Entscheidungen zu treffen. Kopf- und Bauchgefühl brauchen hierbei nicht im Einklang zu sein, was das Ganze nicht einfacher macht.

Bereits die Entscheidung eines Paares, auf ärztlichen Rat die Zyklusmitte für „gezielten Verkehr“ zu nutzen, kann zur klassischen „Sei spontan!“ Paradoxie führen. Die sexuelle Pflichterfüllung mit spontanem Lustempfinden verbinden zu wollen, kann die Sexualität des Paares erheblich beschädigen und zu einer Konfliktquelle in der Partnerschaft werden.

Das frauenärztliche Angebot für Abhilfe dieser Paradoxie ist die Insemination (Einspritzung des Samens). Die Entscheidung zu Insemination kann zwei völlig verschiedene Auswirkungen haben: da Sexualität und Zeugung nun entkoppelt sind, kann sich entweder das vom „Terminverkehr“ beschädigte Lustempfinden des Paares erholen oder aber die Sexualität quasi überflüssig werden. Je nach Paar können diese Auswirkungen erleichternd oder belastend ausfallen.

Haben einige Zyklen mit Insemination keine Schwangerschaft erbracht, steht die Entscheidung an, eine IVF/ICSI-Behandlung durchführen zu lassen, mit erheblichem finanziellem Aufwand. Nun heißt es, sich selbst die Spritze zu setzen oder vom Partner, der Freundin, dem Hausarzt die Nadel setzen zu lassen. Frauen sind womöglich verunsichert, erhebliche Hormonmengen in ihren Körper schleusen zu sollen. Nicht selten geht es darum, Spritzenangst zu besiegen. Dies gilt auch für den Mann, der seiner Frau nicht wehtun und nichts verkehrt machen will. Andererseits bewältigen zum Glück viele Paare diese Herausforderung klaglos.

Im nächsten Schritt geht’s nun um alles oder nichts: werden bei der Punktion der Follikel (Eihüllen) Eizellen gewonnen werden oder nicht bzw. wie viele oder wenige? Wird der Mann in einem Abgaberaum zeitgerecht Samen in einen Becher liefern können und wird dieser zur Befruchtung tauglich sein? Eine wahrhaft spannungsreiche Phase! Zum Glück steht 24 Stunden danach schon fest, wie viele Eizellen eine Befruchtung zuließen. Und damit öffnet sich das nächste Fenster der Ungewißheit: wie viele der befruchteten Eizellen werden es bis zum Transfertag schaffen, damit eine oder zweie davon in die Gebärmutter eingesetzt werden können? Und mit jedem Tag, der sich dem Schwangerschaftstest nähert, schlagen die Wellen der Ungewißheit höher, und sie hören selbst danach nicht auf, denn niemand kann garantieren, daß eine Schwangerschaft bis zum Geburtstermin hält. Diese Ungewißheit ist eindeutig die größte Herausforderung für die Paare. Sie beherrscht das Kinderwunsch-Projekt trotz aller raffinierter Techniken und ausgeklügelten Behandlungsprotokolle. Eine konstruktive Bewältigung dieser Ungewißheit ist daher ein Kernthema der psychologischen Begleitung. Sich gegen die Ungewißheit zu wappnen, bringt den Paaren, insbesondere den Frauen, erhebliche Erleichterung und Lebensqualität.

Kinderwunsch - Warum klappt´s bei uns nicht?

Wie viele Paare weltweit haben sich diese Frage schon gestellt, mit schwermütigem oder gar verzweifeltem Beiklang! Wenn es wenigstens allen anderen genauso ginge! Aber nein, dort sprießen anscheinend die Kinderlein wie die Pfifferlinge aus dem Boden. Damit sind wir bei einem schwer wiegenden Aspekt der obigen Frage: die ständigen Vergleiche mit anderen Paaren. Solche Vergleiche mögen sich lohnen, so lange man besser als andere da steht. Haben andere aber, gewollt oder ungewollt, Kinderglück und man selber noch nicht, so kann dies eine schmerzhafte Krise hervorrufen. Wirklich ernsthafte Vergleiche anzustellen lohnt sich aber, denn man kann leicht fündig werden, wenn man sich die Einzelheiten der medizinischen Ausgangslage von Paaren ansieht. Zumeist gibt es dort einen oder mehrere Gründe, die dafür sprechen, daß die einen weniger rasch und mit erheblichem Mehraufwand als andere, zum Kindersegen gelangen. Auch unter den Paaren, die in ärztlich wegen Kinderwunsches behandelt werden, befinden sich solche, die früher oder leichter schwanger werden als andere. Vergleiche mit anderen Paaren sind daher völlig sinnlos, denn jedes Paar ist in vielerlei Hinsicht einzigartig, gerade auch im Kinderwunsch-Projekt.

Das Tückische an der Frage, „warum es nicht klappt?“ ist der schwer wiegende Umstand, daß weder das Paar selbst noch die behandelnde Ärzteschaft in vielen Fällen eine stichhaltige Antwort weiß. Vielmehr werden Vermutungen angestellt, und diese können zu falschen Schlüssen führen. Aus der Forschung weiß man, daß es oft mehrerer Anläufe bedarf, bis eine Versuchsanordnung brauchbare Ergebnisse liefert. Dazu müssen die beteiligten Forscher die Grundannahmen ändern, von denen sie ausgehen und im technischen Versuchsablauf Veränderungen vornehmen. Aufs Kinderwunsch-Projekt übertragen heißt dies, daß sowohl die Paare wie auch die Ärzteschaft veränderte Versuchsbedingungen in Erwägung ziehen müssen, falls die bisherigen keinen Erfolg brachten. Paare tun dies nicht selten in der Form, daß sie die Rahmenbedingungen von Kinderwunschbehandlungen verändern. Statt bei fortlaufender Berufstätigkeit einen Versuch durchzuziehen, betten sie ihn in einen Urlaub oder einige Ferientage. Grundsätzlich kann jegliche Veränderung, zu der sich ein Paar entschließt, in einem neuen Versuch das Behandlungsergebnis verändern. Eine Veränderung mit großer Wirkkraft ist freilich, sich eine andere Haltung gegenüber dem Kinderwunsch-Projekt zu erschaffen. Ein Beispiel: statt daß ein Versuch klappen „muß“, er klappen „darf“, sofern das Zusammenspiel der vielen Umstände es ermöglicht. Eine wesentliche Aufgabe psychologischer Begleitung von Paaren ist, solch einen Wandel in der persönlichen Haltung zu fördern und zu erleichtern.

Das Kinderwunsch-Projekt

Während in Beiträgen von Medizinern viel von Behandlungstechniken und –erfolgen die Rede ist, hat sich im psychologischen Bereich das Bild vom „Kinderwunsch-Weg“ eingebürgert. Er kann kürzer oder länger sein, leichter oder schwerer. Er kann Hindernisse enthalten, unüberwindbar erscheinende oder solche, die gemeistert werden können. Der „Kinderwunsch-Weg“ bildet daher die erlebte Realität der Paare ab, während die medizinischen Beschreibungen in den plangetreuen Behandlungsschritten bestehen.

Mir persönlich ist die Bezeichnung „Kinderwunsch-Weg“ etwas zu harmlos, denn sie suggeriert etwas passiv Schicksalhaftes. Daher bevorzuge ich das Bild des „Kinderwunsch-Projektes“, als einer von mehreren Lebensaufgaben, mit denen wir Menschen uns befassen. Diese Bezeichnung spiegelt die aktive Art wider, wie ans Thema Kinderwunsch herangegangen wird, spätestens ab dann, wenn sich nicht mehr oder weniger zufällig eine Schwangerschaft ergeben hat. Vom „Kinderwunsch-Projekt“ zu sprechen birgt aber noch einen weiteren bedeutenden Vorteil: wir können auf die Erkenntnisse der Projektforschung zugreifen. Sie zeigen uns, worauf wir aufmerksam achten sollten, um den Verlauf des Projektes günstig zu gestalten. Und damit kommen wir zum wichtigsten Punkt: da wir den Ausgang (das Ergebnis) des Projekts nicht willkürlich bestimmen können, lohnt es sich umso mehr, seinen Verlauf ins Auge zu fassen. Wie muß sich das Projekt-Team aufstellen, um den Herausforderungen des Projekts gewachsen zu sein? Welche Faktoren tragen zum Wohlbefinden des Projekt-Teams bei? Und welche geben dem Team die nötige Festigkeit für den Weg ins Ungewisse? Aber: wer gehört überhaupt zum Projekt-Team? Das Kernteam besteht aus der Frau, dem Mann, dem Frauenkörper und dem/den Embryonen. Wie sie sich vorteilhaft aufs Thema Kinderwunsch einstellen können, ist ein Hauptthema der psychologischen Begleitung der Paare.